Die Geschichte des Leuchtturms

Leuchtturm Pellworm von oben betrachtet

Leuchtturm Pellworm von oben betrachtet

Der Pellwormer Leuchtturm wurde nach einjähriger Bauzeit im Mai 1907 fertiggestellt. Zur gleichen Zeit wurden in Nordfriesland zwei weitere Leuchttürme in Dienst gestellt, die nach den gleichen Plänen errichtet wurden: auf Eiderstedt der  Leuchtturm Westerheversand und auf Sylt der Leuchtturm von Hörnum. Die Höhe des Pellwormer Turmes über dem Gelände beträgt 41,5 Meter, die Höhe der Feuerträger beträgt 38 Meter über MTHW. Bis zum Jahre 1977 wurde der Turm von einem Leuchtturmwärter betreut, der in den Gebäuden neben dem Turm seine Wohnung und seine Werkstatt innehatte.

Ein technisches Meisterwerk
Der Pellwormer Leuchtturm steht auf einer Pfahlgründung, die aus 127 Eichenpfählen besteht. Die Pfähle wurden bis zu einer Tiefe von 14 Metern in den Boden gerammt, um das gewaltige Gewicht von 130 to Guss-Stahl großflächig zu verteilen. Die aus 608 Teilen zusammengesetzte Konstruktion wird von 16.400 Bolzen und Schrauben zusammengehalten. Der Leuchtturm wurde von Beginn an elektrisch betrieben.

Bei der Inbetriebnahme im Jahre 1907 standen im 1. Deck im Eingangsbereich zwei 1-Zylinder- 16 PS Dieselmotoren mit gewaltigen Schwungrädern, die im Tagbetrieb 100 Accus aufluden, die dann nachts die Lichtquellen mit Strom versorgt haben. Nach dem Anschluss der Insel an das öffentliche Stromnetz wurden die alten Diesel leider entfernt. Als Notstromversorgung – für den Fall eines Stromausfalles im Netz durch Unwetter o. ä. – wurde ein automatisch startender Notdiesel eingebaut, um die Feuerträger mit Strom zu versorgen.

Das Leuchtfeuer ist auch heute noch trotz moderner Navigationshilfen wie GPS und Radar von großer Bedeutung. Das Hauptfeuer des Pellwormer Leuchtturms, ein 3-farbiges Leit- bzw. Sektorenfeuer, strahlt 42 Kilometer nach Südwest in das Fahrwasser der Norderhever hinein. Zwei Nebenfeuer, das Orientierungsfeuer Süderaue und das Quermarkenfeuer Ochsensand vervollständigen die technische Ausrüstung des sogenannten Lampenhauses. Zur Gewährleistung eines sicheren Befahrens der nicht ungefährlichen Gewässer zwischen Pellworm, Eiderstedt und den Sänden tragen auch der Westerheversand-Leuchtturm und die Leuchtbake Süderoogsand bei.